Highlights aus der Geschichte des Klosters Bronnbach

Die Geschichte von Kloster Bronnbach ist immer wieder Thema in Dr. Meiers Geschichtskolumne in den Fränkischen Nachrichten. Die Artikel sind hier zusammengestellt.

Kapitell Kapitelsaal

Im Zuge der Reformation gab es Mitte des 16. Jahrhunderts zeitweise keinen Konvent in Bronnbach. Abt Leusser war nach Wertheim gezogen und hatte geheiratet. 1572 brachte die katholische Reform Bronnbach einen Neubeginn. Der Würzburger Bischof Wirsberg weihte die Kirche, neue Mönche zogen ein. WIrsbergs Nachfolger als Bischof, Julius Echter, der zu einer der zentralen FIguren der Gegenreformation werden sollte, führte in seinen ersten Amtsjahren eine Visitation in Bronnbach durch, die zu kritischen Resultaten kam. Ende der 1570er Jahre verließ der Prior das Kloster und wurde Pfarrer in Bettingen.
In den folgenden Jahrzehnten gehörte Bronnbach zu den Streitpunkten in der Auseinandersetzung zwischen Würzburg und der Grafschaft Wertheim, die von beiden Seiten mit militärischen und juristischen Mitteln geführt wurde. 1598 kam ein Kommissar des Kaisers nach Bronnbach, um zu vermitteln. Eine Lösung gab es nicht. Langwierige Prozesse vor den höchsten Gerichten des Reichs begleiteten die Geschichte des Klosters bis zu seiner Aufhebung 1803. Man könnte auch sagen, dass durch diese Prozesse eine Art ständiger Druckausgleich zwischen Bronnbach, Wertheim und Würzburg gegeben war. Man gewöhnte sich schließlich ebenso daran, dass die Lage des Klosters immer ein wenig prekär war, wie an die erstaunliche Dauerhaftigkeit dieser Situation.

Strittig war um 1600 auch, wer die Hochgerichtsbarkeit in Bronnbach hatte. Wer stellte das Gericht im Fall von Mord und Totschlag? Das ist der Hintergrund, vor dem die Quellen zu der folgenden Geschichte entstanden. Sie ist recht gruselig. Erschossen nachts in der Klosterkirche.

Wer durfte Besucher durch das Land begleiten? Auch dies war eine hochsymbolische Frage, die im Konflikt zwischen Würzburg und Wertheim eine Rolle spielte. Besuch im Kloster war nämlich mehr als nur Besuch, wie Alarm im Kloster Bronnbach zeigt.

Wo Zisterzienser waren, da war immer auch Wasser und, wenn irgendwie möglich, Wein. Auch die Bronnbacher Mönche betrieben eine umfangreiche Weinwirtschaft .

Während des 30jährigen Krieges regierten einige Jahre Protestanten und Schweden in Unterfranken. Wie es damals im Kloster Bronnbach aussah, erfährt man hier .

Würzburg setzte sich zwar schließlich als Schutzherr Bronnbachs durch, aber Konflikte des Klosters mit seinen Nachbarn blieben bestehen. Häufig ging es darum, wer wo seine Tiere weiden lassen durfte. Im Jahr 1747 kam es deswegen sogar zum Einsatz von Militär und der Schultheiß von Höhefeld landete im Zuchthaus: Würzburg greift durch.

Die Äbte führten nicht nur einen Mönchskonvent. Sie verstanden sich selbst als Herren eines Territoriums. Sie trugen die Insignien von Bischöfen und waren im weltlichen Teil ihrer Existenz Fürsten. Als Fürsten mussten sie jagen, repräsentieren und prächtig bauen. Das taten die Bronnbacher Äbte, so gut sie konnten. Um 1720 entstanden die Prachtsäle des Klosters Bronnbach, nur wenig später als der Kaisersaal des Zisterzienserklosters Ebrach im Steigerwald. Die Ebracher zielten noch höher, ganz nach oben im weltlichen Teil des Lebens, aufs Heilige Römische Reich mit dem Kaiser an der Spitze. So hoch strebte Bronnbach nicht. Aber auch der Bronnbacher Festsaal, der Josephsaal, konnte sich sehen lassen und kann es bis heute.
Mussten die Äbte so viel Geld in Prunk und Pracht investieren? So fragen heute viele. Die Antwort ist: sie mussten. Sonst wären sie schlechte Fürsten gewesen. Auch beim Verteilen von Neujahrsgeschenken zur Kontaktpflege verhielten die Bronnbacher Äbte sich so, wie es üblich war.
Dass man in Bronnbach auch im 17. Jahrhundert schon tat, was andere Herren taten, zeigt die folgende Geschichte. Hier veranstaltet das Kloster ein Schützenfest.

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