Neuerscheinung 2015

1628 Wertheim. Eine Stadt in Krieg und Hexenverfolgung

Cover 1628 Wertheim

„1628Wertheim, ein historiographisches Blog“ – unter diesem Titel erschien ab Oktober 2012 jede Woche ein neuer Blogbeitrag zum Geschehen in der Stadt Wertheim im Jahr 1628. Jeder Beitrag dokumentierte Ereignisse aus genau einer Woche dieses Jahres, so dass das Vergehen der Zeit sozusagen in Echtzeit nachvollzogen werden konnte. Mit der vierten Juliwoche des Jahres 1630, in der zum dritten Mal seit 1628 in Wertheim Hexen verbrannt wurden, wurde das Blog im September 2014 geschlossen.

Der hier vorliegende Text bringt den Text dieses Blogs nun in Buchform.
Jeder einzelne Satz in diesem Text beruht auf einer Archivquelle, einem Text aus dem Archiv. Diese Quellen sind an ganz verschiedenen Stellen entstanden – in der Kanzlei der Wertheimer Grafen, beim Rentmeister oder beim Zinsschreiber, in der Verwaltung der Stadt oder bei Privatleuten. Manche waren gewiss nicht dafür vorgesehen, auf Dauer aufgehoben zu werden. Aber das Archiv hat sie bewahrt. Manche Informationen stehen für sich, aus anderen entstanden im Lauf der Zeit Geschichten. Eine dieser Geschichten ist die des Metzgers und Hoflieferanten Hans Stark, der im Juni 1628 der Hexerei bezichtigt und im Mai 1629 hingerichtet wurde. Die vom Archiv bewahrten Stimmen aus der Vergangenheit erklingen hier wieder, neu zusammengesetzt.

Für die vorliegende Buchversion wurden die Vorlagen in Fußnoten angegeben und beschrieben. Die Beschreibung des Quellenmaterials, aus dem der Text entstanden ist, dient auch der möglichst genauen Dokumentation der Jahre 1628/1629 in Wertheim. Durch die Angabe und Beschreibung der Quellen wird nachvollziehbar, woher die Texte stammen. Diesem Ziel dient schließlich auch die kurze Vorstellung der Verwaltung von Stadt und Grafschaft Wertheim am Schluss des Bandes. Daraus ist eine kleine Quellenkunde dieser Jahre in Stadt und Grafschaft Wertheim entstanden, die verbunden wird mit Hinweisen, wie die Behörden und Einrichtungen funktionierten. Die Verwaltung produzierte damals die Quellen, aus denen wir heute Geschichte schreiben.

Ein zentrales Thema der Geschichte in diesen Jahren ist die Hexenverfolgung. Seit dem Sommer des Jahres 1628 verstärkten sich die Hexengerüchte in der Stadt und anonyme Zettel mit Hexereibeschuldigungen tauchten auf. Zunächst führten sie nur zu Klagen wegen übler Nachrede und Diffamierung und zu Auseinandersetzungen innerhalb der Obrigkeit, wie man weiter verfahren sollte. Der Zeitpunkt, an dem es in Wertheim zu den ersten Inhaftierungen und Hexenprozessen von Amts wegen kam, lässt sich genau bestimmen. Es war die zweite Februarwoche des Jahres 1629, als der 10-jährige Hans Klein von geheimnisvollen Vorfällen bei einem Fest seiner Eltern erzählte. Lehrer und Pfarrer schickten einen Bericht darüber an die Regierung der Grafschaft Wertheim und lösten damit die Hexenverfolgung aus.

120 S., 14.95 €. Erhältlich beim J.H.Roell-Verlag in Dettelbach.

25. und 26. September 2015

Mehr als nur Kirchenbücher - Quellenseminar für Familienforscher

Der Weinkeller im Schloss Kleinheubach

In welchen Quellengruppen im Archiv finden sich relevante Informationen für Familienforscher? Und wie arbeitet man mit ihnen?
Das sind die Leitfragen dieser Veranstaltung in Kooperation mit Dr. Lupold von Lehsten vom Institut für Personengeschichte, Bensheim, sowie der Otto und Erich Langguth-Stiftung, Kreuzwertheim, und dem Staatsarchiv Wertheim. Das zweitägige Seminar vermittelt Arbeitstechniken der Historiker für den Umgang mit den Zeugnissen der Vergangenheit im Archiv.

Der Freitagvormittag beginnt mit einer Annäherung an historische Quellen im Bursariat, nachmittags folgen eine Archivführung und der Umgang mit Originalen (auch Kaiserurkunden) im Staatsarchiv. Den Samstag eröffnen Kirchenbücher und Register, gefolgt von einer Klosterführung. Der Samstagnachmittag widmet sich Zinsbüchern, Besthäuptern, Matrikelgeldern und weiteren für Genealogen besonders interessanten Quellengruppen.
Ein Angebot für jeden, der die Beschäftigung mit seiner Familiengeschichte auf solide Füße stellen möchte.

Referent: Dr. Robert Meier / Dr. Lupold von Lehsten, in Kooperation mit dem Staatsarchiv Wertheim
Ort: Kloster Bronnbach
Zeiten: 25. und 26. September 2015, jeweils 9.00 bis 12.00 und 14. bis 16.30 Uhr
Kosten: 80 €
(Preis ohne Übernachtung im Gästehaus. Individuelle Buchung möglich (EZ 40 €))
Mindestteilnehmerzahl: 6

Nachfragen/Anmeldung (bis spätestens 2.9.)
EMail: info[at]geschichte-im-kloster.de
oder per Post:
Geschichte im Kloster
Robert Meier
Peterstraße 9
97070 Würzburg







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